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TERROR

von Ferdinand von Schirach / Theater Osnabrück 2017

Darf man 164 Menschen opfern, um 70.000 Menschen das Leben zu retten? Über diese Frage muss der Kampfpilot Lars Koch in nur wenigen Minuten entscheiden, als er vor die Wahl gestellt wird, einen von Terroristen gekaperten Linienflug abzuschießen oder ihn in ein ausverkauftes Fußballstadium stürzen zu lassen. Er beschließt, den Tod weniger zur Rettung vieler in Kauf zu nehmen und zerstört das Flugzeug. Jetzt steht Lars Koch wegen mehrfachen Mordes vor Gericht. Ob er verurteilt oder freigesprochen wird, bestimmen Sie, das Publikum. Denn nachdem Verteidiger und Staatsanwalt ihre Argumente vorgestellt haben und sowohl der Angeklagte als auch Kollegen und Angehörige der Opfer zu Wort gekommen sind, sind Sie selbst aufgefordert, sich ein Urteil zu bilden.

 

Das Stück von Ferdinand von Schirach, 1964 in München geborener Strafverteidiger und Schriftsteller, stellt die Zuschauer, stellvertretend für die Gesellschaft, vor eine schwierige ethische Entscheidung. Um ein Urteil fällen zu können, müssen wir uns ganz persönlich mit den Fragen nach Sicherheit, Freiheit und Verantwortung beschäftigen, die der „Krieg gegen den Terror“ seit Jahren aufwirft. Ein brandaktueller Text, der nach seiner Uraufführung im Oktober 2015 am Deutschen Theater Berlin schon mehr als zwanzig Mal nachinszeniert wurde und damit zu den meistgespielten zeitgenössischen Theaterstücken gehört.

 

Regie Ron Zimmering / Bühne, Kostüm Lisa Kruse / Dramaturgie Sven Kleine

Mit Niklas Bruhn, Elaine Cameron, Christina Dom, Klaus Fischer, Thomas Kienast, Janosch Schulte 

Trailer

„Jubel und Beifallsgetrampel eines sichtlich schwer beeindruckten Premierenpublikums: Ein starker Theaterabend in der Regie Ron Zimmerings hatte am Sonntag mit Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama TERROR im emma-theater der Städtischen Bühnen Osnabrück Premiere. Sechs Schauspieler brachten so eindringlich und überzeugend das komplexe Für und Wider um den Fall eines Passagierflugzeuges vor, das von einem Terroristen auf ein voll besetztes Münchner Fußballstadion zugesteuert wurde, dass den Premierenzuschauern am Ende die Entscheidung sichtlich schwerfiel.“ - Neue Osnabrücker Zeitung, 14.5.2017

 

„Der junge Regisseur Ron Zimmering hat TERROR mit einem hochmotivierten Team feinnervig inszeniert, geradezu verdichtet wie eine griechische Tragödie. […] Mit klarer Sprache und viel Gefühl tauschen Niklas Bruhn, Janosch Schulte (die jungen, zarten ‚Wilden‘ sind immer wieder ein Erlebnis), Christina Dom, Thomas Kienast (beide lieben die Bühne, und die Bühne liebt sie) und die hochtalentierte Elaine Cameron Perspektiven. Schauspielerisch ist dieser Abend eine Wucht, selbst die Statisten sind gebannt dabei. Klaus Fischer steht weise über der Zeit, ist als Vorsitzender des Gerichts fast ein neuzeitlicher Moses, der zehn Gebote, Verfassung und Stimmungslage in Worte meißelt.“ - Osnabrücker Nachrichten, 21.5.2017